Dachgaube einbauen Schweiz – Typen, Planung & Baubewilligung

Eine Dachgaube schafft Stehhöhe, Tageslicht und nutzbaren Wohnraum im Dachgeschoss. Dieser Ratgeber erklärt die drei wichtigsten Gaubenformen, das Baubewilligungsverfahren in der Schweiz und was der Zimmermann beim Einbau macht.

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Kurzantwort: Welche Dachgaube eignet sich für mein Haus?

Die Schleppgaube ist die günstigste, am häufigsten bewilligte und bautechnisch einfachste Form – ein flaches Pultdach, das seitlich aus dem Hauptdach austritt. Die Satteldachgaube ist aufwändiger, bietet aber mehr Stehhöhe und ist architektonisch ausdrucksstärker. Die Fledermausgaube ist die aufwändigste Form mit geschwungenem Übergang, wird aber in historischen Bauten und dem Bernbiet häufig verwendet. Alle Gaubenformen erfordern in den meisten Schweizer Kantonen eine Baubewilligung.

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Die drei wichtigsten Dachgauben-Typen im Vergleich

Gaubentypen unterscheiden sich in Kosten, Stehhöhe, architektonischer Wirkung und Bewilligungsfreundlichkeit:

SCHLEPPGAUBEPultdach · günstigste Form
Günstigste FormHäufig bewilligt

Schleppgaube

Flaches Pultdach, das seitlich aus der Hauptdachfläche austritt. Einfachste Konstruktion, günstigster Einbau. Minimale Dachneigung der Gaube: 5–15°. Breite 1.2–3.5 m, Stehhöhe unter der Gaube ca. 1.6–1.9 m. Ideal für moderate Dachausbauten.

Kosten: CHF 15'000–25'000 inkl. Zimmermannsarbeit und Eindeckung. Bewilligung: Oft im vereinfachten Verfahren möglich.

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SATTELDACHGAUBEEigenes Satteldach · mehr Stehhöhe
Mehr StehhöheRepräsentativ

Satteldachgaube

Die Gaube hat ein eigenes kleines Satteldach, das senkrecht zum Hauptdach steht. Mehr Stehhöhe als die Schleppgaube (bis 2.10 m), grössere Fensterfläche möglich. Aufwändigere Zimmermanns- und Spenglerarbeiten an den Kehlen (Anschlüssen).

Kosten: CHF 22'000–38'000 inkl. Eindeckung. Bewilligung: Baubewilligung in fast allen Kantonen nötig.

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FLEDERMAUSGAUBEGeschwungen · historisch · aufwändig
HistorischHandwerkskunst

Fledermausgaube

Geschwungene Gaubenform ohne gerade Seitenwände – die Dachfläche wölbt sich bogenförmig nach oben. Typisch für Bernisches Altstadtbild und traditionellen Bauerhalten. Höchste handwerkliche Anforderungen an den Zimmermann (dreidimensionale Schiftungen).

Kosten: CHF 28'000–50'000 inkl. Eindeckung. Einsatz: Sanierungen historischer Bausubstanz, Ortsbildschutz.

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Baubewilligung für Dachgauben in der Schweiz

Die Bewilligungspflicht ist kantonal geregelt. Die wichtigsten Rahmenbedingungen:

Bewilligungspflicht in den meisten Kantonen

Neue Dachgauben erfordern in fast allen Schweizer Kantonen eine ordentliche Baubewilligung (Baugesuch). Ausnahme: Einzelne Gemeinden erlauben sehr kleine Schleppgauben (unter 1.5 m Breite) im Meldeverfahren. Vorlaufzeit ordentliches Verfahren: 6–12 Wochen.

Abstandsvorschriften und Firsthöhe

Die Gaube darf den Dachfirst nicht überragen und muss Abstände zu Grat und Traufe einhalten (je nach Kanton 50–100 cm). Die Breite aller Gauben zusammen darf meist nicht mehr als 50–66 % der Dachbreite betragen.

Ortsbildschutz und Zonenvorschriften

In Dorfzonen, Altstadt- und Schutzzonen sind Gauben strenger geregelt oder verboten. Fledermausgauben werden in historischen Zonen oft bevorzugt, weil sie das überlieferte Ortsbild erhalten. Vorab Gemeindeverwaltung und kantonale Denkmalpflege kontaktieren.

Planunterlagen für das Baugesuch

Situationsplan (1:500), Grundriss Dachgeschoss, Fassadenansicht, Schnitt durch die Gaube (1:50). Zimmermann oder Architekt erstellt die Pläne. Kosten für Planungsunterlagen: CHF 1'500–5'000.

Wie baut der Zimmermann eine Gaube?

Der Gaubeneinbau gliedert sich in mehrere Schritte und erfordert präzise Abbundarbeiten:

  • Stichbalken und Rähm: Zuerst werden Stichbalken in den bestehenden Dachstuhl eingefügt – sie tragen die Last der Gaubenöffnung ab. Ein Rähm (liegender Holzbalken) begrenzt die Öffnung.
  • Gaubenständer und Wangen: Senkrechte Ständer bilden die Seitenwände der Gaube (Wangen). Sie sind mit dem Rähm und den benachbarten Sparren verbunden.
  • Gauben-Dachhaut: Der Zimmermann erstellt das eigentliche Gaubendach (Pultdach, Satteldach oder geschwungen), verlegt Unterdach und Lattung. Danach übernimmt der Dachdecker die Eindeckung.
  • Kehlen und Spenglerarbeiten: Die Anschlüsse zwischen Gaube und Hauptdach (Kehlen) sind die kritischsten Punkte – hier ist der Spengler für dichte Anschlüsse zuständig.
Eine fachgerecht eingebaute Dachgaube steigert den Immobilienwert um CHF 20'000–60'000 und schafft nutzbaren Wohnraum zu Kosten, die deutlich unter einem Anbau oder einer Aufstockung liegen.

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Häufige Fragen

Brauche ich für eine Dachgaube eine Baubewilligung?

Ja, in fast allen Schweizer Kantonen ist eine Baubewilligung nötig. Einzelne Kantone erlauben kleine Schleppgauben im Meldeverfahren. Planen Sie 6–12 Wochen Bearbeitungszeit ein. Vorab Gemeindeverwaltung kontaktieren, damit keine Überraschungen entstehen.

Wie viel Stehhöhe schafft eine Dachgaube?

Eine Schleppgaube schafft direkt unter dem Gaubendach ca. 1.60–1.90 m Stehhöhe. Eine Satteldachgaube ermöglicht bis zu 2.10 m. Der Raum ausserhalb der Gaube bleibt unverändert (durch Dachschräge begrenzt). Breite Gauben vergrössern den nutzbaren Stehbereich erheblich.

Was ist günstiger: Dachgaube oder Dachflächenfenster?

Ein Dachflächenfenster (Velux o.ä.) kostet CHF 1'500–4'000 inkl. Einbau – deutlich günstiger als eine Gaube (CHF 15'000–40'000). Dafür bringt das Dachflächenfenster keine Stehhöhe und keinen Wohnraumgewinn. Für mehr Licht: Dachflächenfenster. Für mehr Wohnraum: Dachgaube.

Wie lange dauert der Einbau einer Dachgaube?

Zimmermannsarbeiten für eine Schleppgaube: 3–5 Tage. Satteldachgaube: 4–7 Tage. Dachdeckerarbeiten (Eindeckung, Abdichtung) kommen dazu (2–3 Tage). Fenstereinbau (1 Tag). Innenausbau (Dämmung, Gipskarton) nicht eingerechnet.

Kann ich eine Dachgaube selbst planen?

Die Planunterlagen für das Baugesuch (Grundriss, Schnitt, Fassade im Massstab 1:50) müssen von einem Fachmann erstellt werden. Zimmerer und Architekten können diese erstellen. Für einfache Schleppgauben genügt oft der Zimmermann mit Planungserfahrung – für Sonderformen sollten Sie einen Architekten beiziehen.

Über den Experten

HH
HausHeld Expertenteam

Holzbau & Dachkonstruktionen

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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

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