Die verschiedenen Typen von Zimmermann
Der Zimmermann ist Spezialist für den Holzrohbau: Dachstühle, Balkone, Dachgauben und Holztreppen. Ob Neubau, Sanierung oder Umbau – Schweizer Zimmereien arbeiten mit heimischem Holz und SIA-konformen Konstruktionen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Zimmermannsarbeiten wie viel kosten, welche Holzarten sich für welchen Einsatz eignen und worauf Sie bei der Planung achten müssen.
Welches Zimmermann-System eignet sich für Ihr Haus?
Zimmermannsarbeiten lohnen sich immer dann, wenn Holz als Tragkonstruktion oder als Sicht- und Wetterschutzelement eingesetzt wird. Ein neuer Dachstuhl ist die Basis für jede Sanierung, eine Dachgaube schafft wertvollen Wohnraum, ein Holzbalkon wertet das Eigenheim auf, und eine massgeschneiderte Holztreppe setzt Akzente im Innenbereich. Schweizer Zimmereien bieten dabei lokales Holz, handwerkliche Qualität und die nötige Baubewilligungsunterstützung.
Quick-Facts: Zimmermann im Systemvergleich
Sparrendach aus Schweizer Fichte: ab CHF 180/m² Dachfläche. Einfachste Konstruktion, bewährt für Steigungen 30°–50°, ideal für Standardformen.
Schweizer Fichte oder Lärche mit Holz21-Herkunftsnachweis: CO₂-speichernd, kurze Transportwege, regionaler Waldkreislauf. Lärche punktet zusätzlich mit natürlicher Witterungsbeständigkeit aussen.
Schleppgaube aus Holz: günstigste und am häufigsten bewilligte Form. Kosten ab CHF 15'000, lichter Raumgewinn bis 1.80 m Stehhöhe unter der Gaube.
Eine Dachgaube erhöht den nutzbaren Wohnraum im Dachgeschoss und steigert den Immobilienwert um CHF 20'000–60'000 – meist deutlich mehr als die Investitionskosten.
Auf dieser Seite
Detaillierte Vergleichstabelle: Zimmermann
Die folgende Matrix vergleicht typische Kennzahlen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in der Schweiz:
| System | Bruttokosten | Förderung | Betriebskosten | Lebensdauer | CO₂ |
|---|---|---|---|---|---|
| Dachstuhl (Sparrendach, Fichte) | CHF 150–220/m² Dachfläche | Steuerlich abziehbar | Keine laufenden Kosten | 60–100 Jahre | CO₂-speichernd (Holz) |
| Holzbalkon (Lärche, 12 m²) | CHF 8'000–15'000 gesamt | Steuerlich abziehbar | CHF 50–200/Jahr Pflege | 25–50 Jahre | Gering |
| Dachgaube (Schleppgaube) | CHF 15'000–30'000 | Keine direkte Förderung | Keine laufenden Kosten | 40–60 Jahre | Gering bei Holzbau |
| Holztreppe (Eiche, gerade) | CHF 8'000–15'000 | Steuerlich abziehbar | CHF 0–50/Jahr Pflege | 40–80 Jahre | Gering |
Hinweis: Die exakten Kennzahlen hängen stark von den baulichen Gegebenheiten Ihres Hauses ab.
Lassen Sie Ihr Projekt von geprüften Fachbetrieben begutachten – kostenlos und unverbindlich.
Entscheidungskriterien: Zimmermann
Achten Sie bei der Systemwahl auf folgende bauliche und finanzielle Einflussfaktoren:
1. Holzart nach Einsatzbereich wählen
Konstruktionsholz (Dachstuhl, Balkontragwerk): Fichte C24 nach EN 338 – günstig, bewährt. Aussen sichtbar und bewittert (Balkonbelag, Gaubenschalung): Lärche, Douglasie oder Thermoholz. Innen sichtbar (Treppe, Wandverkleidung): Eiche, Nussbaum oder Kirschbaum für repräsentative Wirkung.
2. Baubewilligung frühzeitig klären
Dachgauben, neue Balkone und Terrassenaufbauten erfordern in den meisten Schweizer Kantonen eine Baubewilligung (Beitragsgebühr CHF 500–2'500). Einige Gemeinden erlauben Bauanzeigeverfahren für kleine Dachgauben. Planen Sie 6–12 Wochen für das Bewilligungsverfahren ein.
3. Statik und SIA 265
Tragende Holzkonstruktionen müssen nach SIA 265 (Holzbau) und SIA 260/261 (Lastannahmen) bemessen sein. Bei Neubauten und komplexen Umbauten ist ein Statiknachweis obligatorisch. Zimmereien mit eigenem Abbundwerk (CNC) können Pläne direkt in die Maschine einspeisen – spart Zeit und Fehlerquellen.
4. Gerüstpflicht und SuVA-Vorschriften
Dacharbeiten ab 2 m Absturzhöhe erfordern eine Absturzsicherung (SuVA Regel V6201). Ein Fassadengerüst kostet CHF 3'000–8'000 je nach Hausgrösse und Standzeit. Bei der Offerteinholung darauf achten, ob Gerüst, Materialtransport und Entsorgung inbegriffen sind.
So vergleichen Sie Zimmermann richtig: Schritt für Schritt
Folgen Sie dieser strukturierten Anleitung, um das ideale System sicher auszuwählen:
Aufmass und Bestandesanalyse
Vor der Offertstellung nimmt der Zimmermann Mass und bewertet den Bestand. Bei Sanierungen: Zustand der Sparren, Pfetten und Dachlatten prüfen (Schädlingsbefall, Fäulnis, Risse). Fotos und Bestandespläne erleichtern die Planung.
Statikberechnung und Planung
Für neue Konstruktionen (Dachausbau, Gaube, freitragende Treppe) erstellt der Zimmermann oder ein beigezogener Statiker Pläne nach SIA 265. Bei Gauben und Balkonen Baubewilligungsgesuch einreichen (parallel zur Planung).
Drei Vergleichsofferten einholen
Holen Sie mindestens drei Offerten von lokalen Zimmereien ein. Achten Sie auf vollständige Positionen: Material (Holzart, Güte), Abbund, Montage, Gerüst, Entsorgung. Preisunterschiede von 15–30 % sind normal und oft auf unterschiedliche Holzqualitäten zurückzuführen.
Koordination mit anderen Gewerken
Zimmermannsarbeiten erfolgen vor Dachdeckerarbeiten, Spengler und Isolation. Balkone werden nach Rohbau, aber vor dem Aussenputz montiert. Treppen werden nach Rohbau und vor dem Estrich eingeplant. Koordinieren Sie den Terminplan frühzeitig.
Ausführung und Kontrolle
Prüfen Sie bei der Abnahme: Massgenauigkeit, Holzqualität (kein sichtbarer Schädlingsbefall), Verbindungsmittel (galvanisiert oder nichtrostend), Geländerhöhen, Absturzsicherung. Halten Sie Mängel schriftlich im Abnahmeprotokoll fest.
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Häufige Fragen
Was kostet ein neuer Dachstuhl für ein Einfamilienhaus?
Ein kompletter Dachstuhl für ein Schweizer Einfamilienhaus (Dachfläche 100–150 m²) kostet CHF 20'000–50'000 inkl. Material, Abbund und Montage, ohne Eindeckung. Der Preis hängt stark von der Dachform ab: Satteldach günstig, Walmdach oder Mansardendach teurer. Gerüstkosten (CHF 3'000–8'000) oft separat.
Wie lange dauert die Montage eines Dachstuhls?
Vorgefertigte Dachstuhlteile (CNC-Abbund) werden in 1–3 Tagen montiert. Die Gesamtdauer inkl. Planung, Baustoffe und Gerüstbau beträgt 2–5 Wochen. Bei Sanierungen mit Teilabriss kommt die Koordination mit Dachdeckerarbeiten dazu.
Brauche ich für einen neuen Holzbalkon eine Baubewilligung?
Das hängt vom Kanton und der Gemeinde ab. Ersatz eines bestehenden Balkons (gleiche Masse) ist oft baubewilligungsfrei oder nur anzeigepflichtig. Ein neuer Anbaubalkon erfordert in den meisten Kantonen eine Baubewilligung. Planen Sie 6–12 Wochen Bearbeitungszeit ein.
Wie oft muss ein Holzbalkon behandelt werden?
Sichtholz aussen (Geländer, Brüstung) alle 2–4 Jahre mit Holzschutzlasur oder -öl behandeln. Unbehandeltes Lärchen- oder Thermoholz graut natürlich aus – kein Problem strukturell, nur optisch. Terrassendielen mit Öl alle 1–2 Jahre pflegen, wenn sie den warmen Holzton behalten sollen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Schleppgaube und einer Satteldachgaube?
Eine Schleppgaube hat ein einseitiges Flachdach (Pultdach) – günstigste und einfachste Form, oft ohne Bewilligung in kleiner Ausführung. Eine Satteldachgaube hat ein eigenes Satteldach senkrecht zum Hauptdach – braucht mehr Platz, bietet aber mehr Stehhöhe und ist architektonisch aufwändiger.
Was kostet eine Dachgaube in der Schweiz?
Eine Schleppgaube (Breite 1.5–2.5 m) kostet inkl. Zimmermannsarbeit, Schalung und Eindeckung CHF 15'000–25'000. Eine grössere Satteldachgaube kostet CHF 20'000–40'000. Dazu kommen Innenausbau (Dämmung, Gipskarton, Fenster) CHF 5'000–15'000 extra.
Welche Holzart ist für eine Innentreppe am besten?
Fichte: günstig, hell, klassisch – ideal für Keller- und Gartenhaustreppen. Eiche: hart, langlebig, warme Optik – beliebteste Wahl für Haupttreppen. Nussbaum: edel, teuer – für Repräsentationsräume. Buche: hart und günstig – für stark beanspruchte Treppen geeignet, wird aber weniger verbaut.
Wie lange hält ein Holzbalkon?
Ein fachgerecht gebauter Holzbalkon aus Lärche oder Thermoholz hält 30–50 Jahre, wenn er regelmässig gepflegt wird. Konstruktionsfehler (kein Gefälle, stehendes Wasser, fehlende Belüftung unter dem Belag) reduzieren die Lebensdauer drastisch auf 10–15 Jahre.
Kann ich den Steuerabzug für eine Dachstuhlsanierung beantragen?
Ja. Eine Dachstuhlsanierung gilt als werterhaltende Liegenschaftsmassnahme und ist in der Schweizer Steuererklärung vollständig abzugsfähig. Bei einer Investition von CHF 25'000 und 30 % Grenzsteuersatz resultiert eine Steuerersparnis von ca. CHF 7'500. Rechnungen und Abnahmeprotokoll aufbewahren.
Was prüft der Zimmermann bei einer Dachstuhlbesichtigung?
Schädlingsbefall (Holzwurm, Hausschwamm), Fäulnis an Sparrenfüssen und Pfetten, Risse und Verformungen, Zustand der Windrispen und Verbindungsmittel (Nägel, Bolzen, Nagelplatten). Auch Feuchtigkeit im Dachraum und Hinweise auf undichte Stellen werden dokumentiert.
Wie finde ich einen guten Zimmermann in der Schweiz?
Suchen Sie nach Mitgliedern von Holzbau Schweiz (Berufsverband der Holzbauunternehmen). Verlangen Sie Referenzprojekte mit ähnlichem Umfang. Prüfen Sie, ob die Zimmerei ein eigenes Abbundwerk (CNC) betreibt – das erhöht Präzision und senkt oft die Montagezeit. Holen Sie mindestens drei Vergleichsofferten ein.
Über den Experten
Holzbau & Dachkonstruktionen
Das HausHeld-Expertenteam verfasst den Wissenshub zusammen mit Experten vom Fach. Alle Angaben werden regelmässig auf Aktualität und Marktkonformität geprüft.
Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
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