Ratgeber und Tipps für Ihre Solarthermieanlagen

Unter dem Begriff der Solarenergie verstehen die meisten Menschen die reine Stromgewinnung aus Sonnenkraft. Während Photovoltaik in aller Munde ist, wird über die Solarthermie kaum gesprochen. Dabei gilt die Solarthermi als äußerst effizient und es kann auf jahrzehntelang erprobte Technik zurückgegriffen werden. Als Solarthermie bezeichnet man die Nutzung von Sonnenlicht zur direkten Erwärmung von Wasser. Über Sonnenkollektoren wird die darin zirkulierende Solarflüssigkeit erwärmt und dem Heizsystem zugeführt. Im Vergleich zur Stromgewinnung ist die direkte Erwärmung von Wasser deutlich weniger aufwendig Gegenüber herkömmlichen Systemen lassen sich bei der Warmwasserbereitung mit Sonnenenergie ca. 60 % der Energiekosten sparen. Wird das System für die Raumheizung genutzt, sind es immerhin noch ca. 35 %.

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Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Solaranlagen unterschieden: Photovoltaik und Solarthermie. Bei einer Photovoltaikanlage wird aus Sonnenlicht Strom erzeugt. Trifft Sonnenlicht auf ein Photovolltaikmodul, wird mithilfe einer chemischen Reaktion elektrische Energie erzeugt.

Kostenübersicht

Bei Solarthermieanlagen kommt darauf an, wieviele Bewohner in dem Haus wohnen und der daraus resultierenden Menge an Energie, die benötigt wird. Ausserdem kommt es darauf an, ob sie auuschliesslich für die Warmwasserbereitung genutzt wird, oder ob mit ihr auch das Wasser für die Heizung erwärmt wird. Für normalgrosse Einfamilienhäuser beläuft sich der Investitionsaufwand meist auf ca. 15000–20000 CHF. Allerdings können diese durch Fördermöglichkeiten erheblich reduziert werden. Die Kosten der Solarthermieanlage hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Leistung der Solaranlage
  • Fläche
  • Verlegung von Strom- und Wasserleitungen
  • Höhe der Förderung
  • Wohnort
  • Ausrichtung und Neigung des Daches


Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen aber einen groben Überblick verschaffen,wie hoch die Kosten pro m² nach Abzug der Fördergelder und der Steuereinsparungen für Solarthermieanlagen sind:

Fläche Kosten pro m² Gesamtkosten Warmwasserversorgung für einen Haushalt mit
20 m² CHF 800 - CHF 1'000 CHF 16'000 - CHF 20'000 3 Personen
30 m² CHF 800 - CHF 900 CHF 24'000 - CHF 27'000 5 Personen
40 m² CHF 700 - CHF 800 CHF 28'000 - CHF 32'000 8 Personen

Ein Grund für die höheren Kosten als bei Photovoltaikanlagen ist die Installation eines Warmwasserspeichers.


Fördermöglichkeiten

Die Mehrheit der Kantone und viele Gemeinden fördern den Einsatz von Sonnenkollektoren zur Wärmegewinnung. Oft liegt die kantonale Förderung bei ca. 20 Prozent der Invesitionskosten. Wird die alte Heizung (z.B. Öl- oder Gas-) durch ein Solarthermiesystem ersetzt, sind die Kosten zudem auf Bundesebene abziehbar. Die Steuerabzüge auf kantonaler Ebene unterliegen den Gesetzen der jeweiligen Kantone..Neben den Fördergelden, können die Kosten von Photovoltaikanlagen von den Steuern abgezogen werden. Somit sind weitere 25% Einsparungen der Gesamtkosten möglich.


Projektablauf

Ist die Entscheidung für eine Solarthermie-Anlage gefallen, geht es an die benötigten Umbauten am Haus. Dabei sollte man auf die Fachkenntnisse entsprechend geschulter Experten zurückgegriffen werden, da die Vielzahl der Arbeiten über die normalen Tätigkeiten eines Hobby-Handwerkers hinausgehen. Es sollte darauf geachtet werden, qualifizierte Anbieter zu vergleichen und sich verschiedene Angebote einzuholen. Letzten Endes sollte aber nicht nur der Preis ausschlaggebend sein – schliesslich soll die Anlage über viele Jahre hinweg störungsfrei betrieben werden. Die Installation beginnt mit der Anbringung der Sonnenkollektoren an einem möglichst schattenfreien Ort. Meistens wird hier eine Seite des Hausdaches verwendet. Je nach Lage und Grösse des Grundstückes ist aber auch eine Installation im Garten denkbar. Grundsätzlich gilt: Der Installationsort sollte sonnig und auch in Zukunft vor Schatteneinfall geschützt sein. Befindet sich beispielsweise ein junger Baum in unmittelbarer Nähe, sollte auch an die Verschattung der Zukunft gedacht werden. Das gleiche gilt für Nachbargrundstücke, die kurz vor der Bebauung stehen. Werden die Kollektoren auf dem Dach montiert, hat der Bauherr die Wahl zwischen einer Indach- und einer Aufdach-Lösung. Eine Indach-Lösung wird direkt in das bestehende Dach eingebaut, während die Kollektoren bei einer Aufdach-Installation auf dem vorhandenen Dach befestigt werden dadurch stärker aus ihm hinausragen. Sind die Kollektoren montiert, steht der Einbau des Solarspeichers auf dem Programm. Meist wird dieser im Keller aufgstellt. Die Grundvoraussetzung ist, dass der gewählte Ort gross und tragfähig genug ist. Ausserdem sollte auch der Transport beachtet werden, da Fenster und Türen gross genug sein müssen, sodass der Speicher bei Anlieferung hindurch passt. Anschliessend muss das System durch passende Rohre und Leitungen miteinander verbunden werden. Es kann vorkommen, dass das Mauerwerk des Hauses zunächst bearbeitet werden muss, um eine direkte Verbindung von Kollektoren und Speicher zu ermöglichen. Im letzten Schritt wird die Elektronik, wie die Steuer- und Regeltechnik installiert.


Varianten

Bei der Installation von Solarthermie-Modulen wird zwischen der Aufdach- und der Indach-Installation unterschieden. Die Anbringung auf dem Dach ist die klassische Methode. Hier werden die Sonnenkollektoren auf dem Dach angebracht. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Solarenergie-Module direkt anstelle der Dacheindeckung (zum Beispiel Dachziegeln) in das Dach einzufügen. Diese bilden so eine fast einheitliche Fläche und ersetzen die Dachdeckung stellenweise. Aus diesem Grund wird letztere Variante oft aus ästhetischen Gründen gewählt. Durch die Integration in das Dach verringern sich zudem Wärmeverluste, die unter starker Windeinwirkung auftreten können.