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Fassadensanierung fürs Eigenheim in der Schweiz - Materialien, Kosten & Tipps
Die Fassade ist das Aushängeschild Ihres Hauses und schützt Ihr Zuhause zuverlässig vor den anspruchsvollen Schweizer Wetterbedingungen. Eine gepflegte Gebäudehülle in Zürich, Bern, Basel oder St. Gallen sorgt für ein schönes Erscheinungsbild und sichert langfristig den Wert Ihrer Immobilie. Ob Sie sich für eine zeitlose Putzfassade, eine natürliche Holzschalung, moderne Faserzementplatten oder eine langlebige Metallfassade entscheiden, eine rechtzeitige Erneuerung zahlt sich aus. Neben einem spürbar besseren Wohnkomfort profitieren Sie in der Schweiz zudem von attraktiven steuerlichen Vorteilen sowie kantonalen Förderbeiträgen aus dem Gebäudeprogramm, wenn Sie die Sanierung mit energetischen Massnahmen verbinden.

Einfamilienhaus mit einer energetisch sanierten Putzfassade
Themen in diesem Ratgeber
- Warum eine intakte Fassade wichtig ist
- Vorteile für Eigentümer
- Wann ist eine Sanierung nötig?
- Wärmedämmung der Fassade
- Zwei technische Fassadensysteme im Überblick
- Passende Fassadenmaterialien wählen
- Kosten einer Fassadensanierung in der Schweiz
- Vorsicht bei Altbauten mit Asbest in der Fassade
- Fassade reinigen statt streichen?
- Förderungen und Steuerabzüge
- Schritt für Schritt zur sanierten Fassade
- Den passenden Handwerker finden
Warum ist die Fassade so wichtig für Ihr Gebäude?
Die Fassade ist weit mehr als nur die optische Visitenkarte Ihres Eigenheims. Sie erfüllt entscheidende bautechnische und energetische Aufgaben:
- Wärmeschutz: Eine gute Dämmung hält die Wärme im Winter im Haus und schützt im Sommer vor Überhitzung.
- Witterungsschutz: Sie bewahrt die Bausubstanz vor Regen, Schnee, Hagel und UV-Strahlung.
- Feuchtigkeitsschutz: Ein intaktes Fassadensystem verhindert das Eindringen von Nässe und beugt Schimmelbildung vor.
- Schallschutz: Hochwertige Dämmmaterialien und dicke Putzschichten reduzieren den Lärm von aussen.
Vorteile für Eigentümer
Warum lohnt sich eine Fassadensanierung für Ihr Zuhause?
Eine Erneuerung der Gebäudehülle bietet Schweizer Haus- und Stockwerkeigentümern zahlreiche Vorteile:
- Heizkosten senken: Mit einer modernen Wärmedämmung reduzieren Sie den Energieverlust durch die Aussenwände drastisch.
- Wertsteigerung der Immobilie: Eine intakte, optisch ansprechende und gut gedämmte Fassade erhöht den Marktwert Ihres Hauses erheblich.
- Besseres Raumklima: Keine kalten Wände mehr im Winter und weniger Hitze im Sommer bedeuten spürbar mehr Wohnkomfort.
- Nachhaltigkeit: Ein geringerer Heizbedarf bedeutet weniger CO₂-Ausstoss – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
- Attraktive Förderungen: Kantone und Gemeinden unterstützen energetische Sanierungen mit finanziellen Zuschüssen (Details im Kapitel „Förderungen“).
- Steuerliche Vorteile: Die Kosten für die Sanierung und Dämmung können oft zu 100 % als Liegenschaftsunterhalt vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Wann ist eine Sanierung nötig?
Oft wird die Fassade erst beachtet, wenn die Optik leidet. Doch der Handlungsbedarf kann schon früher bestehen. Achten Sie auf folgende Warnsignale:
- Rissbildung: Haarrisse können normal sein, aber tiefe Risse lassen Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen. Frostschäden sind dann vorprogrammiert.
- Abblätternder Putz oder Farbe: Ein klares Zeichen, dass der Schutz vor Witterung nicht mehr gegeben ist.
- Mängel am Holz (bei Holzfassaden): Tiefe Risse, splitternde oder aufgewölbte Bretter zeigen, dass der Schutz nachlässt. Dunkle, weiche Stellen im Holz signalisieren zudem gefährlichen Feuchtigkeitsstau.
- Algen, Moos und Pilzbefall: Wenn die Fassade lange feucht bleibt (oft an der Nordseite), bilden sich Mikroorganismen. Dies ist oft ein optisches Problem, kann aber auch auf bauliche Mängel hinweisen.
- Hohe Heizkosten: Wenn Sie trotz moderner Heizung ungewöhnlich viel Energie verbrauchen, geht die Wärme meist ungedämmt durch die Aussenwände verloren.
- Schimmel in Innenräumen: Kalte Aussenwände kühlen die Raumluft ab. Kondenswasser entsteht und bildet die ideale Grundlage für Schimmel.
Zeigt Ihr Haus eines dieser Symptome, sollten Sie zeitnah einen Experten für eine Beurteilung hinzuziehen.
Wärmedämmung der Fassade
Die thermische Isolation ist zwar ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Fassade, jedoch ein sehr komplexes Thema mit eigenen gesetzlichen Vorgaben, U-Werten und spezifischen Materialien. Da sich dieser Ratgeber ganz auf die äusseren Fassadentypen und gestalterischen Materialien fokussiert, haben wir für alle energetischen Fragen einen separaten, umfassenden Ratgeber zur Gebäudeisolation und Wärmedämmung in der Schweiz für Sie erstellt. Dort finden Sie alle Informationen zu den verschiedenen Dämmstoffen, Quadratmeterpreisen und wie Sie die kantonalen Fördergelder aus dem Gebäudeprogramm beantragen.
Nachfolgend widmen wir uns nun ganz den optischen und schützenden Möglichkeiten der äusseren Gebäudehülle.
Die zwei technischen Fassadensysteme im Überblick
Bevor Sie sich für ein bestimmtes Material oder eine Optik entscheiden, steht die Wahl des technischen Grundsystems im Vordergrund. In der Schweizer Baupraxis wird bei einer Sanierung zwischen zwei grundlegenden Konstruktionsarten unterschieden:
Die Kompaktfassade (Verputzte Aussenwärmedämmung)
Hierbei handelt es sich um den Schweizer Standard. Alle Schichten (Dämmung, Armierung und Deckputz) werden direkt auf das bestehende Mauerwerk geklebt, mechanisch gedübelt und anschliessend verputzt.
Vorteile: Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, eine klassische, fugenlose Putzoptik und ein vergleichsweise schlanker, unkomplizierter Wandaufbau.
Passende Materialien: Dieses System ist technisch fest an eine verputzte Oberfläche gebunden. Als Endbeschichtung kommen verschiedene Putzarten (wie Silikonharz- oder Mineralputze) zum Einsatz.
Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
Bei diesem System wird eine Unterkonstruktion an der Wand befestigt. Zwischen der eigentlichen Dämmschicht und der äusseren Fassadenbekleidung bleibt ein klar definierter Luftspalt frei. In diesem Spalt zirkuliert die Luft und transportiert Feuchtigkeit sowie Sommerhitze kontinuierlich ab.
-
Vorteile: Bauphysikalisch das sicherste und langlebigste System. Es bietet extremen Witterungsschutz, da Schlagregen gar nicht erst an das tragende Mauerwerk gelangt. Zudem sorgt der mehrschichtige Aufbau für hervorragenden Schallschutz, und einzelne Elemente lassen sich bei Beschädigungen (z. B. durch Hagel) oft unkompliziert austauschen.
-
Passende Materialien: Die VHF bietet eine sehr grosse gestalterische Freiheit. Als äussere Bekleidung können nahezu alle modernen Materialien gewählt werden, von natürlichen Holzschalungen über robuste Faserzementplatten (Eternit) und langlebige Metallpaneele bis hin zu edlen Naturstein- oder Klinkerplatten.
Die passenden Fassadenmaterialien im Überblick
Während das technische Grundsystem die physikalische Funktion bestimmt, entscheidet das gewählte Verkleidungsmaterial über das spätere Gesicht Ihres Eigenheims. Als Wohneigentümer in der Schweiz steht Ihnen eine enorme gestalterische Vielfalt offen. Die Wahl des passenden Werkstoffs hängt vor allem von Ihren ästhetischen Präferenzen, dem gewünschten Wartungsaufwand und natürlich Ihrem Budget ab.
Nachfolgend stellen wir Ihnen die fünf gängigsten Fassadenmaterialien der Schweizer Baupraxis im Detail vor:
Die Putzfassade
Die Putzfassade

Die verputzte Oberfläche ist das Gesicht der allermeisten Schweizer Wohnhäuser. Sie sorgt für ein homogenes, zeitloses Erscheinungsbild ohne sichtbare Fugen. Der Putz schützt das darunterliegende Mauerwerk vor Feuchtigkeit und mechanischen Einflüssen. Dank einer grossen Auswahl an Putzstrukturen (z. B. feiner Glattputz, Kratzputz oder rustikaler Kellenwurf) und einer fast grenzenlosen Farbpalette lässt sich nahezu jeder architektonische Wunsch realisieren.
Vorteile: Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, klassisch-zeitlose Optik, lückenloser Wetterschutz und sehr einfache farbliche Anpassung bei späteren Renovationen.
Ideal für: Eigentümer, die eine zeitlose, bewährte Optik mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für ihren Massivbau suchen.
Die Holzfassade
Die Holzfassade

Holz ist als natürlicher, nachwachsender Baustoff in der Schweiz extrem beliebt und kommt meistens bei hinterlüfteten Systemen zum Einsatz. Heimische Nadelhölzer wie Lärche, Fichte, Tanne oder Douglasie verleihen dem Eigenheim einen warmen, lebendigen Charakter. Eine Holzfassade kann entweder horizontal oder vertikal montiert werden, was die optische Wirkung des Gebäudes stark beeinflusst.
Vorteile: Hervorragende ökologische CO₂-Bilanz, natürliches Wohngefühl und sehr gute Alterungsbeständigkeit bei fachgerechter Montage (konstruktiver Holzschutz).
Ideal für: Umweltbewusste Bauherren, die Wert auf nachhaltige, natürliche Werkstoffe legen und den lebendigen, warmen Charakter von Holz schätzen.
Die Faserzementfassade (Eternit)
Die Faserzementfassade (Eternit)

Faserzementplatten sind in der Schweiz untrennbar mit dem Markennamen Eternit verbunden und bestehen aus rein natürlichen Rohstoffen wie Zement, Kalksteinmehl, Wasser und Armierungsfasern. Das Material gilt als absolutes Multitalent. Es ist als grossformatige, glatte Platte für einen sehr modernen, minimalistischen Architekturstil erhältlich oder als traditionelle, kleinformatige Wandschindel für den klassischen Witterungsschutz am Giebel.
Vorteile: Extrem robust, absolut formstabil, nicht brennbar (höchste Brandschutzklasse) und komplett unempfindlich gegen Frost, Fäulnis und Insektenbefall.
Ideal für: Eigentümer, die eine extrem langlebige, pflegeleichte und sturmfeste Verkleidung im modernen Design oder traditionellen Schindellook wünschen.
Die Metallfassade
Die Metallfassade

Fassadenbekleidungen aus Aluminium (oft pulverbeschichtet), Zink, Kupfer oder Edelstahl sind der ultimative Schutzschild für ein Haus. Sie werden fast ausschliesslich als vorgehängte hinterlüftete Fassade montiert. Metallfassaden wirken sehr edel, urban und modern. Durch verschiedene Verlegetechniken (z. B. Paneele, Wellprofile oder Kassetten) entstehen spannende Licht- und Schattenspiele an der Aussenwand.
Vorteile: Unverwüstlich und absolut hagelsicher. Metall brennt nicht, blättert nicht ab und ist zu 100 % recycelbar, was es zu einer sehr nachhaltigen Kreislauf-Lösung macht.
Ideal für: Architektonisch moderne Gebäude an wetterexponierten Lagen, bei denen eine absolut hagelsichere und komplett wartungsfreie Lösung gesucht wird.
Die Klinkersteinfassade
Die Klinkersteinfassade

Mineralische Beläge aus gebranntem Ton wie Klinkerriemchen strahlen eine massive Wertigkeit aus und bringen den zeitlosen Backstein-Look an Ihr Haus. Bei Sanierungen in der Schweiz wird diese Optik heute über flache, leichte Platten realisiert. Diese Riemchen werden entweder direkt auf das verputzte Dämmsystem aufgeklebt oder stabil in eine hinterlüftete Unterkonstruktion eingehängt. Dadurch erhalten Sie die extrem langlebige Wirkung einer gemauerten Wand, ohne dass die Fassade zu schwer wird.
Vorteile: Klinkersteine bieten einen maximalen Schutz gegen mechanische Beschädigungen wie Kratzer oder Stösse. Zudem sind die Oberflächen komplett unempfindlich gegen Moos- oder Algenbefall und absolut farbbeständig gegen UV-Licht.
Ideal für: Hochwertige Sanierungsprojekte, die eine aussergewöhnliche Robustheit verlangen und dem Eigenheim eine besonders massive, exklusive Ausstrahlung verleihen sollen.
Die Fassadenmaterialien im direkten Vergleich
| Material | Hauptvorteil | Lebensdauer |
|---|---|---|
| Putzfassade | Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis | Rund 30 bis 40 Jahre (Auffrischung nach 15 Jahren nötig) |
| Holzfassade | Exzellente Öko-Bilanz und natürlicher Look | Rund 40 bis 60 Jahre (stark abhängig von der Holzart) |
| Eternit | Absolut sturmfest und unbrennbar | Mindestens 50 Jahre und sehr oft deutlich länger |
| Metallfassade | Unverwüstlich und hagelsicher | Mindestens 50 bis 80 Jahre (gilt als nahezu unbegrenzt) |
| Klinkersteinfassade | Maximale Kratz- und Stossfestigkeit | Weit über 50 bis 100 Jahre (extrem wertbeständig) |
Was kostet eine Fassadensanierung in der Schweiz?
Die Investition in eine neue Fassade variiert stark. Sie hängt primär davon ab, ob Sie die Oberfläche lediglich optisch auffrischen (Malerarbeiten) oder das gesamte System erneuern. Auch die Wahl des Verkleidungsmaterials und die Architektur Ihres Hauses beeinflussen den Preis.
Die folgenden Richtwerte pro Quadratmeter Fassadenfläche (m²) bieten Ihnen eine realistische Orientierung für den Schweizer Markt:
| Leistung & Material | Richtpreis pro m² | Inkludierte Arbeiten |
|---|---|---|
| Gerüstbau | 15 - 30 CHF | Aufstellen, Miete (Vorhaltezeit) & Abbau |
| Fassadenanstrich | 40 - 80 CHF | Reinigung, Risssanierung & zweifacher Anstrich |
| Kompaktfassade (Putz) | 180 - 280 CHF | Dämmung (EPS), Armierungsnetz & Deckputz |
| Holzfassade (VHF) | 200 - 350 CHF | Unterkonstruktion, Dämmung & Holzschalung |
| Eternit-Fassade (VHF) | 240 - 380 CHF | Unterkonstruktion, Dämmung & Faserzementplatten |
| Metallfassade (VHF) | 280 - 450 CHF | Unterkonstruktion, Dämmung & Alu-/Zinkpaneele |
| Klinkersteinfassade | 300 - 500 CHF | Unterkonstruktion, Dämmung & Klinkerriemchen |
Beispiel: Für ein typisches Schweizer Einfamilienhaus mit rund 200 m² Fassadenfläche kostet eine neue Kompaktfassade aus Putz inklusive Gerüstbau meistens zwischen 40'000 und 60'000 CHF. Entscheiden Sie sich für ein langlebiges, vorgehängtes System mit Eternit oder Metall, liegen die Gesamtkosten eher zwischen 55'000 und 90'000 CHF. Ein reiner Witterungsschutz durch den Maler (Reinigen und Streichen) schlägt mit etwa 12'000 bis 20'000 CHF zu Buche.
Vorsicht bei Altbauten mit Asbest in der Fassade
Ein wichtiges Thema bei Schweizer Immobilien, die vor 1990 erbaut wurden, ist Asbest. Dieser gefährliche Stoff wurde aufgrund seiner brandhemmenden und beständigen Eigenschaften häufig in Fassadenmaterialien verbaut.
Besonders bei älteren Faserzementplatten (bekannt als Eternit-Platten), die oft als kleinformatige Schindeln an Giebeln oder als grossformatige Platten bei vorgehängten Fassaden verwendet wurden, ist Vorsicht geboten. Auch in alten Fassadenputzen und Fensterkitten kann Asbest schlummern.
Was bedeutet das für Ihre Sanierung?
- Wenn Sie eine intakte Eternit-Fassade (vor 1990) lediglich überstreichen, besteht keine Gefahr, da keine Fasern freigesetzt werden.
- Wenn die Fassade jedoch abgerissen, durchbohrt (z.B. für ein Gerüst) oder abgeschliffen werden soll, ist gesetzlich ein Asbesttest vorgeschrieben.
- Ist das Ergebnis positiv, muss der Rückbau durch eine spezialisierte Asbestsanierungs-Firma unter strengen Schutzvorkehrungen erfolgen. Dies erhöht die Sanierungskosten.
Fassade reinigen statt streichen?
Manchmal sieht eine verputzte Fassade schmutzig aus (grünliche oder gräuliche Verfärbungen), obwohl der Putz an sich noch völlig intakt ist. Oft handelt es sich dabei um Algen- und Pilzbewuchs, der sich durch Feuchtigkeit (Tauwasser an gut gedämmten, kühlen Aussenwänden) gebildet hat.
In solchen Fällen muss nicht immer sofort neu gestrichen werden. Eine professionelle Fassadenreinigung kann Wunder wirken:
- Das Algenmittel wird aufgetragen.
- Die Fassade wird schonend (mit angepasstem Druck und oft heissem Wasser) gereinigt.
- Anschliessend wird ein Langzeitschutz aufgetragen, der neuen Befall für Jahre verhindert.
Die Kosten für eine Reinigung liegen nur bei einem Bruchteil eines Neuanstrichs. Ein Fachmann kann vor Ort prüfen, ob Ihr Putz für eine Reinigung stabil genug ist.
Welche Förderungen und Steuerabzüge gibt es?
Wer in der Schweiz seine Fassade saniert, tut nicht nur etwas für die Optik, sondern kann auch von erheblichen staatlichen und steuerlichen Anreizen profitieren. Wie viel Geld Sie sparen können, hängt primär davon ab, ob Sie die Fassade lediglich auffrischen oder energetisch dämmen.
Das Gebäudeprogramm (Kantonale Förderungen)
Finanzielle Zuschüsse vom Staat gibt es über das nationale Gebäudeprogramm ausschliesslich dann, wenn Sie im Zuge der Fassadensanierung auch eine Wärmedämmung anbringen. Eine reine Malerarbeit ohne energetische Verbesserung wird nicht gefördert.
-
Die Bedingungen: Die neue Fassadendämmung muss einen gesetzlich definierten, strengen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) erreichen (meist ≤ 0.20 W/m²K). In der Praxis bedeutet das eine Dämmstärke von etwa 14 bis 20 Zentimetern.
-
Die Höhe der Förderung: Je nach Kanton erhalten Sie einen festen Beitrag pro saniertem Quadratmeter. Die Ansätze variieren stark, liegen in der Regel aber zwischen 40 und 80 CHF pro m² Fassadenfläche. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus fliessen so schnell mehrere tausend Franken an Direktsubventionen.
-
Zwingende Regel: Das Fördergesuch muss in der Schweiz zwingend vor Baubeginn und vor der Materialbestellung online beim Kanton eingereicht und bewilligt werden. Nachträgliche Gesuche werden rigoros abgelehnt.
Steuerliche Vorteile: Der grosse Hebel (Frist bis 2029)
Hier profitieren Sie bei jeder Art von Fassadenarbeit, denn die Kosten lassen sich vom steuerbaren Einkommen abziehen:
-
Reiner Fassadenanstrich (Unterhalt): Die Kosten für den Maler und den Gerüstbau gelten als werterhaltender Liegenschaftsunterhalt und sind zu 100 % abziehbar.
-
Energetische Sanierung (Dämmung): Obwohl eine neue Dämmung den Wert des Hauses steigert (wertvermehrend ist), dürfen Energiesparmassnahmen in der Schweiz steuerlich wie normaler Unterhalt voll abgezogen werden. Oft lässt sich dieser Abzug sogar auf zwei bis drei Steuerjahre verteilen, um die Steuerprogression optimal zu brechen.
Wichtiger Systemwechsel ab 2029: Diese attraktive Steuerersparnis hat ein klares Ablaufdatum. Im Zuge der beschlossenen Abschaffung des Eigenmietwerts, die per 1. Januar 2029 in Kraft tritt, fallen die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für Energiesparmassnahmen und Liegenschaftsunterhalt bei selbstbewohntem Wohneigentum komplett weg. Wer von den Steuerabzügen profitieren will, muss Fassadenprojekte zwingend vor 2029 realisieren und abrechnen.
Schritt für Schritt zur sanierten Fassade
Eine erfolgreiche Fassadensanierung beginnt mit der genauen Planung und der Wahl eines zuverlässigen Fachpartners. Folgen Sie diesem einfachen Plan, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Phase 1: Die Vorbereitung und Planung
- Zustand prüfen: Lassen Sie von einem Experten beurteilen, wie tiefgreifend die Schäden an der aktuellen Fassade sind und welche Massnahmen sinnvoll sind.
- Ziele festlegen: Entscheiden Sie, ob die Fassade lediglich optisch aufgefrischt, repariert oder auch energetisch verbessert werden soll.
- Angebote vergleichen: Holen Sie verschiedene Offerten ein, um Preise und Leistungen optimal zu vergleichen, und lassen Sie sich von Fachbetrieben beraten.
Phase 2: Bewilligungen und Finanzen
- Abklärung mit der Gemeinde: Prüfen Sie rechtzeitig, ob für Ihr Vorhaben ein Baugesuch oder eine Bewilligung nötig ist. Das ist oft der Fall, wenn sich das Aussehen oder die Dicke der Wände stark verändert.
- Zuschüsse sichern: Falls Sie eine energetische Verbesserung planen, müssen finanzielle Fördergelder unbedingt vor dem eigentlichen Baubeginn beantragt und bewilligt werden.
Phase 3: Die Umsetzung auf der Baustelle
Der genaue Ablauf vor Ort gestaltet sich sehr individuell und hängt stark davon ab, für welche konkreten Sanierungsarbeiten Sie sich entschieden haben. Im Wesentlichen durchläuft die Umsetzung folgende Schritte:
- Vorbereitungsarbeiten: Die Baustelle wird sicher eingerichtet, das benötigte Gerüst aufgestellt und alle umliegenden Bereiche geschützt.
- Handwerkliche Ausführung: Die Fachbaufirma setzt die geplanten Massnahmen um – von den ersten Vorarbeiten an der alten Oberfläche bis hin zum fertigen Neuaufbau der Fassade.
- Projektabschluss: Nach Fertigstellung kontrollieren Sie das Ergebnis gemeinsam mit den Handwerkern. Verläuft die Abnahme erfolgreich, wird das Gerüst abgebaut.
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Eine intakte Fassade – eine Investition in die Zukunft
Ob ein einfacher neuer Anstrich oder eine komplette Dämmung zum Energiesparen, die Fassade schützt Ihr Haus vor Wind und Wetter. Warten Sie nicht, bis grössere Schäden entstehen. Wenn Sie rechtzeitig handeln, sichern Sie den Wert Ihres Hauses und sorgen für mehr Wohnkomfort.
Weitere häufig gestellte Fragen zur Fassade in der Schweiz
Wie viel kostet eine Fassadensanierung für ein Einfamilienhaus?
Wie viel kostet eine Fassadensanierung für ein Einfamilienhaus?
Ein reiner Neuanstrich (Malerarbeiten) liegt oft zwischen CHF 12'000 und 20'000. Eine energetische Komplettsanierung (Dämmung, Verputz, Gerüst) kostet für ein Einfamilienhaus in der Regel zwischen CHF 40'000 und 60'000.
Gibt es Fördergelder für die Fassadendämmung?
Gibt es Fördergelder für die Fassadendämmung?
Ja, sofern Sie energetisch dämmen und bestimmte U-Werte erreichen, erhalten Sie über das Gebäudeprogramm der Kantone finanzielle Zuschüsse. Reine Malerarbeiten werden nicht gefördert.
Brauche ich eine Baubewilligung für die Sanierung?
Brauche ich eine Baubewilligung für die Sanierung?
Ein reiner Neuanstrich im gleichen Farbton ist meist nur meldepflichtig oder bewilligungsfrei. Ändern Sie das Material (z.B. neu eine Holzfassade) oder dicken Sie die Wand durch Dämmung massiv auf, ist meist ein Baugesuch nötig.
Wie oft muss eine Fassade gestrichen werden?
Wie oft muss eine Fassade gestrichen werden?
Als Faustregel gilt: Alle 10 bis 15 Jahre sollte die Fassade gereinigt und bei Bedarf neu gestrichen werden, um den Wetterschutz des Putzes langfristig aufrechtzuerhalten.
Was ist eine hinterlüftete Fassade?
Was ist eine hinterlüftete Fassade?
Bei diesem System ist die Dämmschicht durch einen Luftraum von der äusseren Verkleidung (z.B. Holz oder Eternit) getrennt. Die Luft kann zirkulieren und Feuchtigkeit zuverlässig abtransportieren.
Wie lange dauert eine Fassadensanierung?
Wie lange dauert eine Fassadensanierung?
Ein blosser Anstrich dauert meist 1-2 Wochen. Eine komplette Wärmedämmung mit Verputzen (WDVS) nimmt je nach Wetter und Hausgrösse etwa 3 bis 6 Wochen in Anspruch.
Kann man die Fassade auch im Winter sanieren?
Kann man die Fassade auch im Winter sanieren?
Putz- und Malerarbeiten benötigen zwingend Temperaturen über 5 °C, um richtig abzubinden. Das Anbringen von reinen Holz- oder Metallfassaden (VHF) ist jedoch oft auch im Winter möglich.
Muss zwingend Asbest getestet werden?
Muss zwingend Asbest getestet werden?
Ist das Gebäude vor 1990 erbaut worden und es werden bei der Sanierung Materialien beschädigt oder entfernt (z.B. alte Eternitplatten oder dicker Putz), ist ein Asbesttest gesetzlich vorgeschrieben.
Quellen
- Das Gebäudeprogramm: Fördergelder für ein energieeffizienteres Zuhause
- Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK): Offizielle Richtlinien
- Bundesrat: Abschaffung des Eigenmietwerts im Jahr 2029
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Energieberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihre kantonale Steuerbehörde, einen GEAK-Experten oder eine qualifizierte Fachperson.
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