Fachexperte: HausHeld Expertenteam – Maler & GipserStand August 2026Lesezeit ca. 10 Minuten

Gipsen in der Schweiz – Glattzug, Trockenbau & Verspachtelung

Glatte Wände und Decken sind die Voraussetzung für einen makellosen Anstrich oder eine hochwertige Tapete. Auf dieser Seite erklären wir, wann Gipsen, Glattzug oder Trockenbau (Rigips) die richtige Wahl ist, und worauf Sie bei Trockenzeiten und Untergrundvorbereitung achten müssen.

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Kurzantwort: Wann brauche ich einen Gipser – und welche Methode ist die richtige?

Ein Gipser wird immer dann gebraucht, wenn Wände nach Umbauarbeiten geschlossen oder geglättet werden müssen: nach Elektro- und Sanitärinstallationen, bei Rissen über 2 mm Tiefe, bei rauem Mauerwerk oder für die glatte Oberfläche (Glattzug) vor dem Anstrich. Glattzug auf bestehenden Putzflächen ist die schnellste Lösung. Rigipsplatten (Trockenbau) sind ideal für neue Trennwände oder Deckenverkleidungen ohne Trockenzeit.

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Drei Gipsarbeiten im Vergleich

Je nach Ausgangslage und gewünschtem Ergebnis sind verschiedene Methoden sinnvoll.

Glattzug
MeistgefragtAuf bestehendem Putz

Glattzug (Gipsglattstrich)

Dünne Gipsschicht (2–5 mm) über bestehendem Verputz oder Gipskarton. Schafft eine vollkommen glatte, malerfertige Oberfläche. Schnellste Methode um rauhen Unterputz oder Altputz zu glätten. Trockenzeit: 5–10 Tage.

Kosten: CHF 28–50/m² inkl. Material & Verarbeitung.

Eignung: Bestehende Wohnräume mit rauhem Unterputz, nach Renovation oder Wasserschäden. Überall wo eine glatte Malerunterlage gewünscht ist.

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Rigipsplatten (Trockenbau)
Sofort malerbereitNeue Wände & Decken

Rigipsplatten (Trockenbau)

Gipskartonplatten (12.5 mm) auf Metallunterkonstruktion. Keine Trockenzeit (sofort nach Verspachtelung der Stösse malerbereit). Ideal für neue Trennwände, abgehängte Decken und Dachschrägenverkleidungen. Sonderplatten für Feuchträume (GFKB).

Kosten: CHF 45–85/m² inkl. Unterkonstruktion, Platten & Verspachtelung.

Eignung: Neue Trennwände, Deckensanierungen, Dachausbau, Renovationen wo Nassputz zu lang dauert.

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Verspachtelung / Ausbesserung
SchadenbehebungPunktuelle Ausbesserung

Verspachtelung & Ausbesserung

Punktuelles Schliessen von Rissen, Bohrlöchern, Durchbrüchen und Kabelkanälen. Meist Fertiggips oder Spachtelmasse. Schnell, günstig, gezielt. Bei grossen Schadensflächen geht der Übergang zur vollflächigen Verspachtelung (Glattzug) über.

Kosten: CHF 25–60/m² (je nach Schadensbild) oder nach Stunde CHF 75–95.

Eignung: Nach Elektro-/Sanitärarbeiten, Wasserschäden, Rissreparaturen, vor jedem Anstrich im Altbau.

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Trockenzeiten: Der unterschätzte Planungsfaktor

Gipsarbeiten brauchen ausreichend Trockenzeit, bevor darüber gestrichen werden kann. Zu früh gestrichen reisst die Farbe oder zeigt Feuchteflecken.

Fertiggips / Spachtelmasse

Trockenzeit: 24–48 Stunden bei normaler Raumtemperatur. Dünnere Schichten trocknen schneller. Vor dem Anstrich auf Trockenheit testen: Keine dunklen Stellen mehr sichtbar.

Glattzug (2–5 mm)

Trockenzeit: 5–10 Tage bei 20°C und normalem Raumklima. Bei Altbauten mit höherer Luftfeuchtigkeit oder im Winter 2–3 Wochen. Gipser gibt konkrete Empfehlung vor Ort.

Rigips Stossbehandlung

Stösse und Schraubenköpfe nach der Verspachtelung: 24–48 Stunden. Danach direkt malerbereit (Tiefengrundierung empfohlen). Grosser Vorteil gegenüber Nassputz.

Heizen und Lüften

Räume bei 15–22°C halten und regelmässig lüften beschleunigt die Trocknung. Direktes Anheizen mit Heizlüfter vor der Oberfläche ist schädlich – es trocknet von aussen und innen bleibt feucht.

Gipserarbeiten planen: 5 Schritte

Umfang der Gipserarbeiten bestimmen

Dokumentieren Sie alle Stellen, die Gipserarbeiten brauchen: Wände nach Elektro/Sanitär, Risse, rauer Unterputz. Unterscheiden Sie zwischen Ausbesserung (punktuell) und Glattzug (vollflächig).

Richtige Methode wählen

Bestehende Wände glätten: Glattzug. Neue Wände oder Decken: Trockenbau (Rigips). Punktuelle Schäden: Verspachtelung. Gipser und Maler können gemeinsam empfehlen.

Zeitplanung mit Trockenzeiten

Planen Sie 1–3 Wochen zwischen Gipserarbeiten und Malerarbeiten ein. Beim Trockenbau reichen 2–3 Tage. Pufferzeit für unvorhergesehene Mehrarbeiten einrechnen.

Kombinierte Offerte von Gipser und Maler

Viele Betriebe bieten beides aus einer Hand an. Das spart Koordination und oft 10–15% Kosten. Alternativ: Gipserarbeiten und Malerarbeiten separat offerieren und vergleichen.

Abnahme vor dem Anstrich

Gipserarbeiten immer vor dem Anstrich abnehmen: Glattzug eben und rissfrei? Keine Feuchtstellen? Stösse bei Rigips unsichtbar? Mängel jetzt zu beheben ist günstiger als nach dem Anstrich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gipsen, Glattzug und Verputzen?

Verputzen bedeutet das Aufbringen einer Putzschicht (meist Kalkzement) als Unterputz auf rohem Mauerwerk. Gipsen bezeichnet das Aufbringen einer Gipsschicht (Glattzug) auf dem Unterputz, um eine glatte Oberfläche zu erzielen. Glattzug ist die häufigste Gipserarbeit bei Renovationen – er schafft die malerfertige Oberfläche auf bereits vorhandenem Verputz.

Wann brauche ich Rigips (Trockenbau) statt Nassputz?

Rigips ist sinnvoll, wenn: (1) schnell weitergearbeitet werden muss (keine langen Trockenzeiten), (2) neue Trennwände oder abgehängte Decken erstellt werden sollen, (3) der Untergrund für Nassputz ungeeignet ist (z.B. Holzbalken). Nassputz (Glattzug) ist besser, wenn vorhandene Wände lediglich geglättet werden und Zeit vorhanden ist.

Wie lange muss ich nach Gipserarbeiten warten, bevor gestrichen wird?

Fertiggips und Spachtelmasse: 24–48 Stunden. Glattzug (2–5 mm): 5–10 Tage bei normalen Bedingungen. In Altbauten, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder tiefen Temperaturen bis zu 3 Wochen. Zu früh gestrichener Gips reisst oder zeigt Feuchteflecken – Gipser fragt immer nach den Bedingungen vor Ort.

Kann Gips im Badezimmer verwendet werden?

Normaler Gips ist nicht feuchtigkeitsresistent und darf nicht in Nassbereichen (Dusche, Badewanne) eingesetzt werden. Für Bäder gibt es feuchtigkeitsresistente Gipskartonplatten (GFKB, Typ H2 nach EN 520) sowie Nassputzsysteme aus Kalkzement. Für den Nassbereich sind Fliesen auf Zementuntergrund oder Nassraumplatten zwingend.

Muss Rigips vor dem Streichen grundiert werden?

Ja, Rigipskarton saugt extrem stark. Ohne Tiefengrundierung wird die Farbe ungleichmässig aufgesogen und der Anstrich zeigt Flecken. Tiefengrundierung auf Rigips ist Standard und wird vom Maler in der Offerte berücksichtigt. Kosten: CHF 3–6/m².

Über den Experten

HH
HausHeld Expertenteam

Maler & Gipser

Das HausHeld-Expertenteam umfasst erfahrene Malermeister, Gipser und Baufachleute. Alle Angaben werden regelmässig auf Aktualität und Marktkonformität geprüft.

Letzte Aktualisierung: August 2026

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