Fachexperte: HausHeld Expertenteam – Maler & GipserStand August 2026Lesezeit ca. 11 Minuten

Fassadenanstrich in der Schweiz – Systeme, Planung & Haltbarkeit

Ein Fassadenanstrich schützt Ihr Gebäude vor Schlagregen, Veralgung und UV-Strahlung – und wertet das Erscheinungsbild dauerhaft auf. Auf dieser Seite vergleichen wir die drei wichtigsten Anstrichsysteme, erklären den Planungsablauf und zeigen, worauf Sie bei Gerüst, Untergrundvorbereitung und Farbwahl achten müssen.

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Kurzantwort: Welches Anstrichsystem eignet sich am besten für Schweizer Fassaden?

Für Schweizer Aussenklima sind Silikonharzfarben und Silikatfarben die beste Wahl: diffusionsoffen, schimmelresistent und UV-stabil mit einer Lebensdauer von 10–20 Jahren. Dispersionsfarben sind günstiger im Einkauf, müssen aber früher erneuert werden. Besteht die Fassade aus Naturstein oder Kalkputz, ist Silikatfarbe zwingend (mineralkompatibler Untergrund). Für normale Putzfassaden empfiehlt sich Silikonharzfarbe als optimaler Kompromiss aus Schutzwirkung, Haltbarkeit und Preis.

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Die drei Fassadenanstrichsysteme im Vergleich

Je nach Untergrund, Budget und Nachhaltigkeitsansprüchen unterscheiden sich die Anstrichsysteme in Zusammensetzung, Schutzwirkung und Haltbarkeit erheblich.

Silikonharzfarbe
Meistempfohlen10–15 Jahre

Silikonharzfarbe

Kombination aus Silikat- und Kunstharzanteilen. Wasserabweisend (hydrophob) und gleichzeitig diffusionsoffen – Feuchtigkeit kann von innen nach aussen entweichen. Schimmelresistent durch mineralische Inhaltsstoffe. Für alle Putzuntergründe geeignet.

Kosten: CHF 28–45/m² Fassadenfläche (inkl. Gerüst & Vorarbeiten).

Eignung: Standard für alle Putzfassaden in der Schweiz. Beste Wahl bei wechselfeuchtem Klima und witterungsexponierten Lagen.

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Silikatfarbe
Ökologisch15–20 Jahre

Silikatfarbe (Mineralfarbe)

Basiert auf Kaliwasserglas (flüssiges Silikat). Geht eine chemische Verbindung mit mineralischen Untergründen (Kalk, Beton, Silikatputz) ein – «versteint» förmlich. Höchste Diffusionsoffenheit, kein Filmbildung, keine Algenbildung. Zwingend auf mineralischen Untergründen.

Kosten: CHF 32–55/m² Fassadenfläche (inkl. Gerüst & Vorarbeiten).

Eignung: Naturstein, Kalkputz, historische Fassaden, denkmalgeschützte Objekte. Nicht geeignet auf Kunstharzputzen.

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Dispersionsfarbe
Günstigster Einstieg6–10 Jahre

Dispersionsfarbe (Acrylfarbe)

Kunstharzbasiert mit Pigmenten und Additiven. Bildet einen Schutzfilm auf der Fassade. Günstig und einfach zu verarbeiten. Eingeschränktere Diffusionsoffenheit – bei feuchten Untergründen kann Blasenbildung auftreten. Erfordert regelmässigere Erneuerung.

Kosten: CHF 22–38/m² Fassadenfläche (inkl. Gerüst & Vorarbeiten).

Eignung: Trockene, gut vorbereitete Untergründe, Nebengebäude, Garagen. Für Hauptfassaden von Wohnhäusern eher zweite Wahl.

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Untergrundvorbereitung: Der entscheidende Schritt

Der beste Anstrich hält nicht, wenn der Untergrund nicht stimmt. Diese Vorarbeiten sind zwingend und werden vom Profi vor der Offerte begutachtet.

Fassadenreinigung

Algen, Moose, Schmutz und losen alten Anstrich entfernen – per Hochdruckreiniger oder mechanisch. Ohne sauberen Untergrund haftet die neue Farbe nicht dauerhaft. Kosten: CHF 3–8/m², meist im Anstrichpreis enthalten.

Risssanierung

Risse bis 0.2 mm werden mit elastischer Farbe überbrückt. Tiefere Risse erfordern Füllmasse oder Gipserarbeiten (CHF 8–20/m²). Ungepflügte Risse lassen Wasser eindringen und zerstören den Unterputz.

Grundierung

Tiefengrundierung egalisiert die Saugfähigkeit unterschiedlicher Untergründe und verbessert die Haftung. Besonders wichtig nach Rissreparaturen und auf neuen Putzflächen. Kosten: CHF 3–6/m², meist inkl.

Putzsanierung

Abgeplatzter oder hohlliegender Putz muss vor dem Anstrich ersetzt werden. Kosten je nach Schaden: CHF 40–100/m². Gipser und Maler koordinieren diese Arbeiten idealerweise gemeinsam.

Gerüst: Grösster Kostenhebel bei Fassadenarbeiten

Das Gerüst macht bei einem typischen EFH 20–35% der Gesamtkosten aus. Diese Faktoren bestimmen den Preis:

Standard-EFH

Gerüstkosten für ein einstöckiges EFH: CHF 1'500–3'000. Preis je nach Standfläche, Gebäudehöhe und Zugänglichkeit (Fussgängerbereich, Bürgersteig, Hang).

Mehrfamilienhaus

MFH mit 3+ Stockwerken: CHF 3'000–8'000 Gerüst. Grosse Gebäude profitieren vom Skaleneffekt – die relativen Gerüstkosten pro m² Fassadenfläche sinken mit der Gebäudegrösse.

Schwieriger Zugang

Hanglage, Gartenzaun, enge Zufahrt oder Strassensperrung erhöhen die Kosten um 20–60%. Klärt der Maler im Vorfeld ab und hält es in der Offerte fest.

Kombination nutzen

Wird gleichzeitig das Dach gedeckt, Fenster ersetzt oder die Fassade gedämmt, teilen sich alle Gewerke den Gerüstaufbau – eine der grössten Einsparmöglichkeiten bei Fassadenprojekten.

Fassadenanstrich planen: 5 Schritte

Mit diesem strukturierten Ablauf vermeiden Sie Fehlplanungen und stellen sicher, dass alle Offerten vergleichbar sind.

Zustand der Fassade begutachten lassen

Prüfen Sie selbst auf sichtbare Risse, Feuchtestellen oder Algenbefall. Für eine professionelle Einschätzung lassen Sie einen Maler oder Gipser die Fassade vorab begutachten – meist kostenlos im Rahmen der Offertaufnahme.

Anstrichsystem festlegen

Informieren Sie sich über Ihren Untergrund (Kalkputz, Kunstharzputz, Beton) und wählen Sie das kompatible Anstrichsystem. Bei Unsicherheit empfiehlt der Malerbetrieb das richtige Produkt.

Mindestens drei Offerten einholen

Bestehen Sie auf identischen Leistungsumfängen: Gerüst, Reinigung, Risssanierung, Grundierung, Anzahl Anstriche und Material müssen vergleichbar sein.

Witterungsfenster planen

Fassadenanstriche nur bei 5–30°C und ohne direkte Sonneneinstrahlung auf die frische Farbe. Optimaler Zeitraum: April–Oktober. Planen Sie 4–6 Wochen Vorlauf für die Terminvergabe.

Abnahme & Dokumentation

Prüfen Sie bei der Abnahme Farbgleichmässigkeit, Vollständigkeit der Abdeckarbeiten und Anschlüsse an Fensterbänke/Dachtraufe. Lassen Sie Mängel vor der Schlusszahlung beheben. Bewahren Sie Rechnung und Produktdatenblatt für den Steuerabzug auf.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Fassadenanstrich in der Schweiz?

Je nach Anstrichsystem und Witterungsexposition hält ein Fassadenanstrich 10–20 Jahre. Silikonharz- und Silikatfarben erreichen 12–20 Jahre, Dispersionsfarben 6–10 Jahre. Südexponierte und schlagregenbelastete Fassaden müssen früher erneuert werden als geschützte Nordfassaden. Regelmässige Sichtprüfungen alle 3–5 Jahre ermöglichen frühzeitige Eingriffe bei Rissen oder Veralgung.

Kann ich eine Fassade selbst streichen?

Technisch ja, aber in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Gerüstbau und Absturzsicherung sind ohne Fachbetrieb kostspielig und aufwändig. Profis erkennen Untergrundprobleme (Risse, Hohlstellen, Feuchtigkeit), die Laien übersehen. Zudem sind Untergrundvorbereitung und Materialwahl entscheidend für die Haltbarkeit. Ein selbst gemachter Fehler (falsche Farbe, unzureichende Vorbereitung) führt zu vorzeitigem Versagen und höheren Gesamtkosten.

Was ist der Unterschied zwischen Fassadenanstrich und Fassadenverputz?

Der Fassadenverputz (Gipserarbeit) ist der Unterputz der Fassade: Er glättet die Aussenwand, schafft eine ebene Fläche und bildet den Untergrund für den Anstrich. Der Fassadenanstrich schützt diesen Unterputz vor Witterungseinflüssen und gibt der Fassade ihre Farbe. Bei einer Komplettsanierung werden beide Arbeiten kombiniert: Zuerst der Gipser (Putz), dann der Maler (Anstrich).

Welche Farbe darf ich für meine Fassade wählen?

In den meisten Gemeinden ist die Farbwahl frei, sofern das Gebäude nicht in einer Schutzzone liegt oder unter Denkmalschutz steht. In Ortsbildschutzzonen können Farbtöne eingeschränkt sein (z.B. nur gedeckte Erdtöne). Im Zweifelsfall bei der Gemeindeverwaltung anfragen. Einige Kantone bieten Farbfächer für typische regionale Farbpaletten an.

Brauche ich eine Baubewilligung für einen Fassadenanstrich?

In den meisten Kantonen ist ein Fassadenanstrich in ähnlicher Farbe bewilligungsfrei. Markante Farbwechsel, Erstanstriche auf ursprünglich naturbelassenen Fassaden oder Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden können meldepflichtig oder bewilligungspflichtig sein. Klären Sie dies vorab mit der Gemeinde – oft reicht eine formlose Anfrage per E-Mail.

Was kostet der Gerüstaufbau für eine Fassade?

Das Gerüst für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet CHF 1'500–3'000 (Aufbau, Miete für ca. 2 Wochen, Abbau). Bei schwierigem Zugang (Hang, Strassenrand) oder grossen Mehrfamilienhäusern können es CHF 3'000–8'000 sein. Das Gerüst ist häufig im Anstrichpreis des Malerbetriebs inbegriffen – prüfen Sie die Offerte genau.

Wie erkenne ich, dass meine Fassade einen neuen Anstrich braucht?

Eindeutige Anzeichen: abblätternde oder rissige Farbe, Grün- oder Schwarzverfärbung durch Algen und Moose, sichtbare Feuchtstellen nach Regenfällen, kreidiger Abrieb der Farbe mit der Hand. Weniger offensichtlich: Farbe, die beim Betasten stark abreibt (Kreideeffekt), deutet auf fortgeschrittene UV-Verwitterung hin – auch wenn optisch noch kein akuter Schaden sichtbar ist.

Über den Experten

HH
HausHeld Expertenteam

Maler & Gipser

Das HausHeld-Expertenteam umfasst erfahrene Malermeister, Gipser und Baufachleute. Alle Angaben werden regelmässig auf Aktualität und Marktkonformität geprüft.

Letzte Aktualisierung: August 2026

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