Smarte Wallbox mit Lastmanagement in der Schweiz – MFH, Tiefgaragen & OCPP

Im Mehrfamilienhaus oder der Tiefgarage brauchen mehrere Ladestationen ein intelligentes Lastmanagementsystem. Auf dieser Seite erklären wir die drei Konfigurationstypen, das OCPP-Protokoll und was bei Hausanschluss, STWEG und Mieterabrechnung zu beachten ist.

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Kurzantwort: Warum braucht das Mehrfamilienhaus eine smarte Wallbox?

Im Mehrfamilienhaus teilen sich alle Wohneinheiten denselben Hausanschluss. Würden mehrere E-Fahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung laden, würde der Hausanschluss überlastet. Ein dynamisches Lastmanagementsystem mit OCPP-kompatiblen Smart Wallboxen verteilt die verfügbare Leistung intelligent auf alle aktiven Ladepunkte und verhindert so Netzstörungen oder Sicherungsauslösungen.

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Die drei Konfigurationstypen für Mehrfamilienhäuser

Je nach Anzahl Stellplätze, Hausanschlussleistung und Wunsch nach Mieterabrechnung eignen sich unterschiedliche Systemansätze.

LOADMGMTSTATISCHES LASTMANAGEMENTFeste Leistungsverteilung pro Ladepunkt
Einstieg MFH2–6 Ladepunkte

Statisches Lastmanagement

Jeder Ladepunkt erhält eine feste maximale Leistungszuteilung (z.B. 3.7 kW pro Stellplatz bei 4 Plätzen und 15 kW Gesamtleistung). Einfach, günstig, aber ineffizient bei unterschiedlichem gleichzeitigem Ladebedarf.

Geeignet für: Kleine MFH mit 2–6 Stellplätzen und ähnlichem Ladeverhalten. Günstigster Einstieg für Eigentümergemeinschaften.

Kosten: CHF 1'800.–––3'500.– pro Stellplatz inkl. einfachem Gateway und Wallboxen.

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DYNAMISCHESLASTMANAGEMENT18 / 40 ADYNAMISCHES LASTMANAGEMENTEchtzeit-Leistungsverteilung · OCPP
MFH StandardOCPP · Echtzeit

Dynamisches Lastmanagement

Das System misst den tatsächlichen Haushaltsstrombedarf in Echtzeit und verteilt die verbleibende Kapazität dynamisch auf aktive Ladepunkte. Volle Leistung für wenige Fahrzeuge, aufgeteilte Leistung wenn viele gleichzeitig laden.

Geeignet für: MFH mit 4–20 Stellplätzen. Maximiert die Ladegeschwindigkeit und nutzt die vorhandene Hausanschlusskapazität optimal aus.

Kosten: CHF 2'500.–––5'000.– pro Stellplatz inkl. Gateway, OCPP-Wallboxen und Ersteinrichtung.

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RFIDRFIDRFIDABRECHNUNGS-MANAGEMENTMieter A: 45.20 CHFMieter B: 32.80 CHFMieter C: 61.40 CHFLADEN MIT MIETERABRECHNUNGRFID · MID-Messung · Monatsrechnung
MieterabrechnungRFID · MID-geeicht

Lastmanagement mit Abrechnung

Jeder Mieter authentifiziert sich per RFID-Karte oder App. Ein MID-geeichtes Messgerät erfasst den individuellen Energieverbrauch. Der Verwalter erhält monatliche Abrechnungsreports pro Mieter.

Anforderung: Das Messsystem muss MID-geeicht sein (Mess- und Eichrecht). Ihr Elektriker und der Lademanagement-Anbieter stellen die Konformität sicher.

Kosten: CHF 3'500.–––7'000.– pro Stellplatz inkl. MID-Zähler, Abrechnungsplattform und Einrichtung.

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OCPP: Der offene Standard für Lademanagement

OCPP (Open Charge Point Protocol) ist das Rückgrat jeder smarten Ladelösung für Mehrfamilienhäuser:

Was ist OCPP?

OCPP ist ein offener Kommunikationsstandard zwischen Wallbox und zentralem Lademanagementsystem. Aktuelle Version: OCPP 1.6 (verbreitet) und OCPP 2.0.1 (sicherer, V2G-fähig). OCPP-kompatible Wallboxen funktionieren mit jedem zertifizierten Backend.

Warum OCPP-Kompatibilität wichtig ist

Proprietäre Systeme binden Sie an einen Hersteller. Mit OCPP können Sie den Lademanagement-Anbieter wechseln, ohne alle Wallboxen zu ersetzen. Das schützt Ihre Investition langfristig.

OCPP 2.0.1 für bidirektionales Laden

Die neue OCPP-Version unterstützt V2G (Vehicle-to-Grid) und V2H (Vehicle-to-Home). Wenn Sie perspektivisch bidirektionale Wallboxen installieren möchten, achten Sie bereits heute auf OCPP 2.0.1-kompatible Hardware.

STWEG-Genehmigung und rechtliche Grundlagen

In Stockwerkeigentümergemeinschaften sind vor der Installation einige Formalitäten einzuhalten:

  • STWEG-Beschluss erforderlich: Die Montage von Ladestationen an gemeinschaftlichen Teilen (Tiefgaragenwände, Elektroanlagen) setzt einen Gemeinschaftsbeschluss voraus. In den meisten Gemeinschaften genügt eine Mehrheit; bei baulichen Änderungen kann eine qualifizierte Mehrheit nötig sein.
  • Hausordnung & Reglement: Viele Eigentümergemeinschaften ergänzen ihre Hausordnung um Regeln für das Laden (z.B. maximale Ladeleistung pro Nacht, Abrechnung, Wartungsverantwortung).
  • Netzbetreiber-Anmeldung: Der Netzbetreiber muss informiert werden. Bei MFH mit vielen Ladepunkten kann er eine Lastflussberechnung oder sogar einen Netzausbau verlangen (Vorlaufzeit 3–12 Monate).
  • Leerrohre vorsorglich verlegen: Wenn die Tiefgarage gerade renoviert wird, lohnt es sich, Leerrohre für künftige Wallboxen mitzuverlegen – günstig jetzt, teuer nachträglich.
Ein erfahrener Elektriker, der auf MFH-Ladelösungen spezialisiert ist, begleitet Sie durch die STWEG-Abstimmung und erstellt die nötige technische Dokumentation für den Gemeinschaftsbeschluss.

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Häufige Fragen

Wie viele Ladestationen verträgt ein normaler Hausanschluss im MFH?

Ein typischer Schweizer MFH-Hausanschluss mit 63 A liefert ca. 43 kW. Mit dynamischem Lastmanagement können bis zu 10–12 Wallboxen à 11 kW betrieben werden – da nie alle Fahrzeuge gleichzeitig voll laden. Die effektive Gleichzeitigkeit liegt bei etwa 20–30 % der Nominalleistung.

Was kostet ein Lademanagementsystem für ein Mehrfamilienhaus?

Das Lademanagementsystem (Gateway, Software, Einrichtung) kostet je nach Anbieter und Grösse CHF 2'000.–––8'000.– einmalig plus CHF 100.–––300.– Jahresgebühr für Cloud-Services. Hinzu kommen die Kosten für die einzelnen OCPP-Wallboxen (CHF 800.–––2'000.– pro Stück) und die Elektriker-Installation.

Kann jeder Mieter seine Wallbox individuell nutzen und bezahlen?

Ja, bei einem System mit Mieterabrechnung. Jeder Mieter erhält eine RFID-Karte oder App-Zugang. Ein MID-geeichtes Messgerät erfasst den verbrauchten Strom individuell. Der Verwalter erhält monatliche Reports für die Nebenkostenabrechnung.

Muss ich den Hausanschluss bei einem MFH für Ladestationen ausbauen?

Nicht unbedingt. Mit dynamischem Lastmanagement können oft 4–8 Ladepunkte ohne Hausanschluss-Erweiterung installiert werden. Erst bei sehr hoher Anzahl oder ungünstigem Lastprofil wird eine Erhöhung nötig. Der Netzbetreiber macht eine Lastflussberechnung – Vorlaufzeit 2–6 Monate.

Was bedeutet MID-Eichung bei Ladestationen?

MID (Measuring Instruments Directive) ist die EU-Zulassung für geeichte Messgeräte im Handel. Wenn der Ladestrom für die Mieterabrechnung verwendet wird, muss das Messgerät MID-geeicht sein. Reine Eigenverbrauchsmessung (ohne Rechnungsstellung) benötigt keine MID-Eichung.

Welche Wallbox-Hersteller sind für MFH-Lösungen empfehlenswert?

Für MFH-Installationen mit OCPP und Lastmanagement sind ABB Terra AC, Wallbox Commander 2, ChargePoint Home Flex und Heidelberg Energy Control führend. Für das Lastmanagementsystem (Backend) sind smartlab, The Mobility House und Easee verbreitet.

Über den Experten

HH
HausHeld Expertenteam

Elektromobilität & Hausinstallation

Das HausHeld-Expertenteam verfasst den Wissenshub zusammen mit Experten vom Fach. Alle Angaben werden regelmässig auf Aktualität und Marktkonformität geprüft.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

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