WDVS Vollwärmeschutz Schweiz – Fassadendämmung mit EPS und Mineralwolle
Wie funktioniert das Wärmedämmverbundsystem (WDVS), welche Materialien eignen sich und wie viel Förderung gibt es? Diese Seite beantwortet alle wichtigen Fragen rund um die WDVS-Fassadendämmung in der Schweiz.
Auf dieser Seite
Kurzantwort: Was ist ein WDVS und wie wird es montiert?
Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) besteht aus aufgeklebten und verdübelten Dämmplatten (EPS oder Mineralwolle), einer aufgebrachten Armierungsschicht und einem Aussenputz. Es wird direkt auf die bestehende Fassade aufgebracht ohne Hinterlüftungsebene. WDVS ist das meistinstallierte Fassadendämmsystem in der Schweiz: kostengünstig, bewährt und mit CHF 40–80/m² Gebäudeprogramm-Förderung gut subventioniert. Gesamtkosten inkl. Verputz: CHF 120–220/m².
Zum detaillierten Vergleich →Die drei WDVS-Systemvarianten im Vergleich
Je nach Dämmmaterial, Putzoberfläche und Gebäudeanforderung gibt es drei verbreitete WDVS-Varianten in der Schweiz.
WDVS mit EPS (Polystyrol)
Expandiertes Polystyrol (EPS) ist das am häufigsten eingesetzte Dämmmaterial im WDVS. Geringe Kosten, gute Dämmwirkung und einfache Verarbeitung machen es zur Standardlösung.
Einsatz: Geeignet für alle trockenen Fassaden ohne erhöhten Brandschutz. Bei Gebäuden über 11 m sind Brandschutzstreifen aus Mineralwolle nötig.
Kosten: CHF 120–180/m² inkl. Armierung und Verputz.
WDVS EPS anfragen →WDVS mit Mineralwolle
Mineralwolle (Steinwolle, Glaswolle) ist nicht brennbar (A1/A2) und diffusionsoffen. Pflichtlösung bei Gebäuden über 11 m Höhe sowie bei erhöhten Brandschutzanforderungen.
Vorteil: Sehr guter Schallschutz, keine Einschränkungen bei Gebäudehöhe. Ideal für Mehrfamilienhäuser und öffentliche Gebäude.
Kosten: CHF 160–220/m² inkl. Armierung und Verputz.
WDVS Mineralwolle Kosten →WDVS Aufdämmung
Wenn bereits eine ältere Dämmung vorhanden ist, kann eine zweite Dämmschicht direkt aufgebracht werden. So wird die U-Wert-Anforderung für die Gebäudeprogramm-Förderung erreicht, ohne die alte Dämmung abzureissen.
Voraussetzung: Die bestehende Dämmung muss eben und tragfähig sein. Bei Feuchtigkeitsschäden muss sie zuerst saniert werden.
Kosten: CHF 80–150/m² für Zusatzschicht (4–8 cm) inkl. neuem Verputz.
Aufdämmung anfragen →Technische Anforderungen für ein WDVS
Drei technische Punkte müssen vor der WDVS-Montage von einem Fachbetrieb abgeklärt werden:
Untergrundprüfung (Haftung und Feuchte)
WDVS-Platten müssen auf einem stabilen, trockenen und ebenen Untergrund verklebt werden. Abblätternder Altputz, Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel müssen vor der Montage behoben werden. Ihr Fassadenbauer macht eine Haftungsprüfung (Abreisstest) vor der Offertstellung.
Brandschutzstreifen bei Gebäuden über 11 m
Bei Gebäuden über 11 m Fassadenhöhe verlangt die Schweizer Brandschutznorm Brandschutzstreifen aus nicht brennbarer Mineralwolle um alle Fenster und in horizontalen Bändern. Dies erhöht den Materialaufwand um CHF 10–20/m².
Dämmdicke und U-Wert für Förderung
Für die Gebäudeprogramm-Förderung (CHF 40–80/m²) wird ein U-Wert ≤ 0.25 W/m²K nach Sanierung verlangt. Je nach Bestandswand sind 12–18 cm EPS oder Mineralwolle nötig. Ihr Fassadenbauer berechnet die exakt nötige Dicke.
Putzoberflächen und Farbgebung
Die Putzoberfläche bestimmt Optik, Langlebigkeit und Pflegeaufwand der WDVS-Fassade:
- Mineralputz (CHF 20–35/m²): Günstigste Variante, diffusionsoffen, vergilbt nicht. Erfordert Anstrich alle 15–20 Jahre.
- Silikonharzputz (CHF 35–55/m²): Hydrophob, schmutzabweisend, schimmelresistent. Keine Farberneuerung nötig bis 20–30 Jahre. Meistgewählte Variante.
- Silikatputz (CHF 30–50/m²): Sehr dampfdurchlässig, ideal für historische Gebäude und bei stark diffundierenden Wänden (Altbau, Holzbau).
- Kratzputz / Strukturputz (CHF 35–60/m²): Dezente Körnung für strukturierte Oberflächen. Mehr Reinigungsaufwand, optisch vielfältig.
Ein qualifizierter Fassadenbetrieb prüft den Wandaufbau und empfiehlt das geeignete Putzsystem – und klärt gleichzeitig, ob in Ihrer Gemeinde Farbvorschriften (Ortsbildkommission) gelten.
Fachbetriebe nach Region
Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region:
Häufige Fragen
Was kostet ein WDVS in der Schweiz?
Ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) kostet in der Schweiz CHF 120–220/m² Fassadenfläche, inkl. EPS- oder Mineralwolleplatten, Armierung und Aussenputz. Für ein typisches EFH mit 150 m² Fassadenfläche entstehen Bruttokosten von CHF 18'000–33'000. Mit Gebäudeprogramm-Förderung (CHF 40–80/m²) und Steuerabzug sinkt die Netto-Investition um 35–45%.
Was ist besser: EPS oder Mineralwolle beim WDVS?
EPS (Polystyrol) ist günstiger (CHF 120–180/m²) und für die meisten Einfamilienhäuser bis 11 m Höhe geeignet. Mineralwolle (CHF 160–220/m²) ist nicht brennbar, diffusionsoffen und für Gebäude über 11 m Höhe Pflicht. Ihr Fassadenbauer empfiehlt das passende Material.
Kann ich ein WDVS über eine bestehende Dämmung anbringen?
Ja – wenn die bestehende Dämmung eben, trocken und tragfähig ist. Eine Aufdämmung mit 4–8 cm EPS kostet CHF 80–150/m² und reicht oft aus, um die Gebäudeprogramm-Förderung zu erreichen. Bei beschädigter Altdämmung muss diese zuerst abgerissen werden.
Wie lange hält ein WDVS?
Ein fachgerecht ausgeführtes WDVS hält 30–50 Jahre. Silikonharzputz ist am wartungsärmsten und kann 20–30 Jahre ohne Anstrich bleiben. Risse in Dehnfugen oder um Fensterlaibungen sollten alle 10–15 Jahre überprüft werden.
Gibt es WDVS-Förderung in meinem Kanton?
Ja – alle Schweizer Kantone bieten Bundesförderung über das Gebäudeprogramm (CHF 40–80/m²). Viele Kantone (ZH, BE, AG, GE, VD) zahlen zusätzliche kantonale Beiträge. Prüfen Sie den Betrag für Ihren Kanton auf dasgebaeudeprogramm.ch vor Baubeginn.
Wie wird ein WDVS montiert?
Das WDVS wird in fünf Schritten montiert: 1. Untergrundprüfung und -vorbereitung. 2. Dämmplatten kleben und dübeln. 3. Armierungsschicht (Glasfasergewebe) einbetten. 4. Grundierputz auftragen. 5. Oberputz und Anstrich. Ein Gerüst ist Pflicht. Die Ausführung eines EFH dauert ca. 2–4 Wochen.
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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
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